Mein Kind geht jetzt aufs Gymnasium – Die Qual der Wahl

Spätestens wenn Ihr Kind in der dritten Klasse ist, geht sie los. Die Frage nach der Zukunft Ihres Kindes, die sich für die Eltern in Deutschland, anders als in den meisten anderen Ländern, bereits nach der vierten Klasse stellt. Denn zu diesem Zeitpunkt erfolgt der Wechsel auf eine weiterführende Schule. Doch welche Schule ist nun die richtige für Ihr Kind? Muss es wirklich das Gymnasium sein oder ist es auch okay, wenn Ihr Kind mit weniger Druck im Schulranzen erst einmal die Realschule besucht.

Eines sollten Sie bei dieser Entscheidung nicht beachten: Die Meinung anderer. Für viele Eltern gehört es wie selbstverständlich zum guten Ton, dass das Kind aufs Gymnasium geht, schließlich soll es später noch auf die Universität. Achten Sie vielmehr darauf, was Ihr Kind möchte und welchem Druck Sie es aussetzen können. Auch mit einem Realschulabschluss kann man anschließend noch das Abitur oder Fachabitur machen und für viele Ausbildungsplätze ist ein solcher Abschluss auch vollkommen ausreichend.

Wenn Sie unsicher sind, dann schauen Sie sich die in Frage kommenden Schulen doch einfach einmal an. In vielen Bundesländern gibt es übrigens zusätzlich zu den klassischen weiterführenden Schulen Gesamtschulen, die Gesamt- und Realschule sowie Gymnasium vereinen und ein Mix aus allen drei Schulformen sind.

Und auch wenn Sie sich für eine Schulform entschieden haben, dann ist die Suche nach der geeigneten Schule noch lange nicht vorbei. Sicherlich gibt es bei Ihnen in der Stadt oder Umgebung Schulen mit einem besonders guten oder schlechten Ruf. Doch lassen Sie sich von Gerüchten nicht blenden, sondern schauen Sie beim Besuch der Schule gemeinsam mit Ihrem Kind ganz genau hin. Sehen Sie sich auch auf der Homepage der jeweiligen Schule um und vergleichen Sie das Angebot.

Auf folgende Dinge können Sie achten:

  • Wird ein Schüleraustausch angeboten?
  • Besteht die Möglichkeit eines bilingualen Unterrichts?
  • Welche außerschulischen Aktivitäten gibt es (z.B. Arbeitsgemeinschaften)?
  • Handelt es sich um eine Ganztagsschule (dies ist natürlich insbesondere dann interessant, wenn beide Elternteile berufstätig sind)?
  • Hat die Schule einen besonderen Schwerpunkt (es gibt Schulen mit künstlerischem, naturwissenschaftlichem, technischem oder sprachlichen Schwerpunkt)?
  • Welche Fächer werden unterrichtet (für viele Kinder besonders interessante Fächer wie Psychologie, Wirtschaft oder Ethik werden nicht an allen Schulen gelehrt)?
  • Wie groß ist das Angebot an Fremdsprachen?
  • Gibt es Förderunterricht oder Nachhilfe?
  • Hat die Schule eine besondere Ausrichtung (neben den klassischen Schulen gibt es auch Montessori- und Waldorfschulen oder auch kirchliche Schulen)?
  • Welche Abschlüsse kann Ihr Kind machen?
  • Wie gut ist die Schule an Ihr Zuhause angebunden? Kann Ihr Kind zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren oder wird es auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sein?
  • Wie ist die Ausstattung der Schule (PC-Raum, Bibliothek, Mensa, Schwimmbad, Mobiliar und Größe der Klassenräume)?
  • Wie ist der allgemeine Zustand der Schule?

Zusätzlich zu diesen Fragen sollten Sie die Atmosphäre der Schule auf sich wirken lassen. Welchen Eindruck haben Sie von der Schule? Wie wirken Schüler und Lehrer auf Sie?

Setzen Sie sich nach ihren Schulbesuchen in Ruhe mit Ihrem Kind zusammen und tauschen Sie sich über die Eindrücke, die Sie gesammelt haben, aus. Danach entscheiden Sie sich gemeinsam für eine Schule.

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