Kinder und Computer – Wie viel Medienzeit ist gesund?

In der heutigen Zeit ist es eine Tatsache: digitale Medien, also Smartphone, Tablet und Co. gehören für uns aber auch für unsere Kinder zum Leben dazu.

In Ihrer Jugend waren es andere Dinge, wie vielleicht ein Gameboy oder irgendwann die erste Playstation, die unter den wachsamen Augen der Eltern Einzug ins Kinderzimmer gehalten haben. Doch ebenso wie ihre Vorläufer haben die heutigen digitalen Medien viele Vorzüge. Und für unsere Kinder sind sie wesentlich besser als ihr Ruf!
Trotzdem bleibt das Diskussionsthema in den meisten Familien: Wie viel Medienkonsum ist zu viel?
Denn viele Eltern haben Angst, die Kontrolle über die Mediennutzung ihrer Kinder zu verlieren.

TIPP: Klare Regeln anstelle von Verboten

Die Frage nach der optimalen Medienzeit lässt sich pauschal natürlich nicht beantworten und ist zum einen vom Alter abhängig. Zum anderen spielt es eine Rolle, wie die Kinder diese digitale Zeit verbringen. So sollte die Zeit, welche spielerisch verbracht wird begrenzt sein aber es spricht natürlich nichts dagegen, für ein Schulreferat im Internet zu recherchieren.

Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist es nicht nur wichtig, dass sie lernen im Internet nach Informationen zu recherchieren, denn diese Kompetenz brauchen Sie später an der Universität oder auch in der Berufsschule. Sie sollten auch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Informationen aus dem Netz lernen. Diese beiden Fähigkeiten: Informationen finden und anschließend filtern bezeichnet man heute als Medienkompetenz. Im Laufe der Zeit sollten Kinder dazu in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wann genug Filme oder Serien geschaut wurden oder welche Inhalte kritisch zu hinterfragen sind.
Sie als Eltern sollten gemeinsam mit Ihren Kindern klare Regeln für die Mediennutzung definieren.

TIPP: Zeitkontingent festlegen und dem Kind die Einteilung selbst überlassen.

Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sollten Sie das tägliche Maß der Mediennutzung im Auge behalten. Kinder bis fünf Jahre sollten weniger als 30 Minuten am Stück ein Tablet, Smartphone oder einen Laptop nutzen. Bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren sollte eine Stunde nicht überschritten werden.

Kinder ab 10 Jahren können sich dann schon etwas selbstständiger an digitale Medien heranwagen. Legen Sie gemeinsam ein Wochenkontingent fest, ihr Kind kann dann selbst entscheiden, wann die Zeiten “eingelöst” werden. Auf diese Weise lernt der Nachwuchs schon früh, sich die Zeit einzuteilen und ein gesundes Maß zu finden. Für die Festlegung des Wochenkontingents können Sie sich an folgender Faustregel orientieren:
1 Stunde * Alter des Kindes = Wöchentliche Medienzeit

Nun stellt sich noch die Frage, ob man die Medienzeiten seiner Kinder noch weiter überwachen soll. Es gibt Apps und Computerprogramme, die die Zeiten genau steuern und beschränken können. Diese empfehlen sich insbesondere für kleine Kinder unter 10 Jahren. Doch danach sollten die Kinder selbst ein Gefühl für die Nutzung und Zeiten entwickeln.

Neue Spiele oder Programme können Sie auch gemeinsam ausprobieren. Oder fragen Sie ihre Kinder doch einmal nach den aktuellen Youtubern oder Influencern auf Instagram. Ihre Kinder werden bestimmt mit den Augen rollen aber Ihnen natürlich gerne eine Kostprobe zeigen. Und Sie haben die Möglichkeit die Medien gemeinsam mit Ihren Kindern zu hinterfragen.

“Digitalknigge”

Die Benimmregeln für die Nutzung digitaler Medien haben nicht mehr viel mit den Regeln des Freiherrn von Knigge aus dem 18. Jahrhundert zu tun. Doch eines sollten Sie auch bei den heutigen Vorgaben beachten: Sie gelten für alle.
Sprich, auch Sie sollten das Smartphone am Esstisch weglegen.
Weitere Empfehlungen für die “Digitalknigge” zu Hause:
ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen bleiben die digitalen Medien aus handyfreie Tage für die ganze Familie
bei den Hausaufgaben bleiben Smartphone, Tablet und Co. in der Tasche

Durch diese Routinen entwickeln sich feste Strukturen für die Mediennutzung und Ihre Kinder lernen langsam aber sicher von alleine einen verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien.

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