Tipps für die Smartphone-Nutzung von Kindern

Die Zahlen steigen seit Jahren kontinuierlich. Etwa 75 % der Kinder im Alter von zehn Jahren haben bereits ein eigenes Smartphone, schon die Hälfte der Kinder ab 6 Jahren nutzen regelmäßig eines und selbst 70% der Kita-Kinder spielen täglich mehr als eine halbe Stunde mit dem Smartphone der Eltern. Kinderärzte und Wissenschaftler betrachten diese Entwicklung mit Sorge, da sie offenbar zum Teil mit erheblichen Auswirkungen einher gehen.
So führen Kinderärzte zahlreiche Symptome, die sie bei ihren jungen Patienten diagnostizieren auf einen hohen Medienkonsum zurück. Dazu gehören Übergewicht, motorische Schwächen und Kurzsichtigkeit aber auch Lernentwicklungsstörungen. Sie beobachten in den letzten Jahren zunehmend soziale Auffälligkeiten schon bei kleinen Kindern, eine Verarmung sozialer Kontakte und das Abrutschen in eine soziale Isolation. Bei Schulkindern zeigen sich ebenfalls zunehmend negative Auswirkungen.

Schulische Folgen starken Medienkonsums

Es kommt generell häufiger zu schlechteren Schulleistungen. Sprachentwicklungsstörungen und Konzentrationsprobleme nehmen zu. Insgesamt werden die Kinder offenbar ablenkbarer und empfinden die Reizüberflutung durch visuelle Reize und permanenten Kommunikationsdruck in den sozialen Medien als Stress. Vermutlich greift es zu kurz, dies ausschließlich auf die Smartphone-Nutzung zurückzuführen, allerdings spielt diese sicherlich eine bedeutende Rolle dabei.

Empfehlungen für die Smartphone-Nutzung

Ihrem Kind die Nutzung eines Smartphones komplett zu verbieten ist nicht sinnvoll. Außerdem droht eine Ausgrenzung durch Mitschüler. Empfehlenswert ist eine eingeschränkte Nutzung, da Kinder den Umgang mit solchen Geräten erst lernen müssen. Damit ist weniger der technische Umgang gemeint, dies bereitet ihnen selten Mühe, sondern die Fähigkeit ein gesundes, zeitlich begrenztes Nutzungsverhalten zu entwickeln. Kinder unter zehn Jahren sollten generell nicht alleine mit einem Smartphone verbringen. Bei älteren Kindern gilt: Bleiben Sie mit ihm im Gespräch darüber, so dass Sie wissen, womit Ihr Kind sich beschäftigt und ob etwas vorgefallen ist, das es ängstigt.

Regeln vereinbaren

Sie als Eltern sollten Regeln für die Smartphone-Nutzung festlegen, im Idealfall schon vor dem Kauf und Einsatz des Gerätes. Am besten machen Sie dazu eine Vereinbarung mit Ihrem Kind, gerne auch schriftlich um klipp und klar darauf verweisen zu können, was abgemacht war. Darin könnte Folgendes vereinbart sein:
• die tägliche maximale Bildschirmzeit
• der Zeitpunkt ab dem abends das Smartphone aus sein soll/ abgegeben werden soll
• welche Apps genutzt werden dürfen
• welche Konsequenzen drohen, falls sich Ihr Kind nicht an die Vereinbarung hält.

Dabei ist es wichtig, dass Sie auf die Einhaltung dieser Abmachung bestehen und gegebenenfalls die Konsequenzen durchsetzen – idealerweise sachlich und ohne allzu heftige Emotionen von Ihrer Seite.

Aber ab welchem Alter sollte ein Kind ein Smartphone nutzen dürfen und wie viel Bildschirmzeit ist überhaupt „unschädlich“? Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Mag es noch so bequem sein: Kinder sollten weder vor einem PC oder Tablet noch vor einem Smartphone „geparkt“ werden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, dass Kinder frühestens ab zwei Jahren täglich Zeit mit digitalen Medien verbringen sollten und zwar für maximal eine Stunde. Smartphone-Nutzung ist damit allerdings noch nicht gemeint, eher Mediennutzung in Form von Kindersendungen und -spielen. Viele Experten raten wegen der negativen Auswirkung auf die körperliche und soziale Entwicklung davon ab, Kindern unter elf Jahren ein Smartphone zur täglichen Nutzung zu geben.

Technische Maßnahmen
Zusätzlich können technische Maßnahmen sinnvoll sein. Speichern Sie keine Kreditkartendaten im Gerät und sperren Sie den App-Kauf und -Download. Damit verringern Sie das Risiko unerwünschter Apps und Spiele auf dem Smartphone. Eventuell kann es auch sinnvoll sein, ein Jugendschutzprogramm auf dem Smartphone zu installieren, das Ihr Kind vor dem Aufruf schädlicher und emotional schwieriger Internetinhalte schützt.

Vorbildfunktion
Von besonderer Bedeutung ist auch die Vorbildfunktion, die Sie als Elternteil für Ihr Kind haben. Wenn es erlebt, dass Sie selber ständig mit Ihrem Smartphone beschäftigt sind, ist es schwerer das Kind davon zu überzeugen sich auf bestimmte Zeiten zu beschränken. Leben Sie daher einen vernünftigen Umgang mit Medien vor. Vermeiden Sie auch, dass Ihr Kind den Eindruck bekommt, Ihnen sei Ihr Smartphone wichtiger als es selbst. Das kann geschehen, wenn Sie es häufiger abweisen, weil Sie mit Ihrem Gerät beschäftigt sind.

Ausgleich schaffen
Ähnlich wie beim Umgang mit Computern oder Spielekonsolen ist es wichtig für Ausgleich zur Mediennutzung zu sorgen. Empfehlenswert sind gemeinsame Freizeitaktivitäten mit der Familie. Ideal ist auch Sport, besonders an der frischen Luft und reale Treffen mit Freunden, sofern diese nicht ebenfalls vor Geräten stattfinden.

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