Berufe: Wie wird man … Tiermedizinische Fachangestellte?

Liebst du Tiere und würdest gerne beruflich etwas machen, bei dem du viel mit Tieren zu tun hast? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Tiermedizinischen Fachangestellten etwas für dich sein. Tiermedizinische Fachangestellte unterstützen Tierärzte und Tierärztinnen bei ihrer Arbeit. Sie arbeiten in Tierarztpraxen, Tierkliniken, Tierparks, Veterinärämtern oder auch an Hochschulen mit veterinärmedizinischen Instituten.

So wirst du ein/e Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Die Ausbildung zum/zur Tiermedizinischen Fachangestellten ist eine duale Ausbildung, das heißt, dass du in einem Betrieb und an der Berufsschule ausgebildet wirst. Sie dauert 3 Jahre. Du lernst, welches die wichtigsten Krankheiten der verschiedenen Tierarten sind, wie du die Tiere vor und während der Behandlung betreust und worauf du achten musst, wenn du beispielsweise dem Tierarzt oder der Tierärztin bei Untersuchungen und Behandlungen assistierst. Während der Ausbildung lernst du die Arzneimittel und Impfstoffe, die es gibt kennen und was man bei ihrer Lagerung beachten sollte. Auch die Durchführung von Laboruntersuchungen sind Gegenstand der Ausbildung, ebenso wie die Rechtsvorschriften im Veterinärwesen. Als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r hast du auch Aufgaben im Bereich der Verwaltung. Daher lernst du, was bei der Aufnahme und der elektronischen Datenverarbeitung von Tierhalter und tierischen Patienten beachtet werden muss, wie Untersuchungen und Behandlungen dokumentiert werden sowie auch alles Wichtige zu den Zahlungsvorgängen.

Welche Lernfelder und Tätigkeiten erwarten dich in der Ausbildung?

Unter Anleitung arbeitest du ganz praktisch im Arbeitsalltag mit. Du hilfst bei der Organisation der Sprechstunde, unterstützt den Tierarzt / die Tierärztin bei den Behandlungen und nimmst den Tieren Blut ab. Zu deinen Aufgaben gehören beispielsweise auch das Reinigen und Sterilisieren von Instrumenten sowie die Vorbereitung und Versorgung der Tiere. Im Labor untersuchst du Blut-, Urin-, Kot- oder Hautproben der erkrankten Tiere. Je nachdem wo du die Ausbildung machst, solltest du dich auf Bereitschaftsdienste am Wochenende oder an Feiertagen einstellen.

Zusätzlich hast du ein bis zwei Tage in der Woche Berufsschule. Der Unterricht kann auch als Blockunterricht erfolgen. In der Berufsschule lernst du einige Dinge, die für deinen Ausbildungsberuf typisch sind, wie die Betreuung von Tieren nach Operationen oder die Abrechnung der erbrachten Leistungen. Zusätzlich hast du Unterricht in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Ausbildungsvoraussetzungen

Für die Ausbildung ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Ausbildungsbetriebe suchen sich ihre Auszubildenden nach eigenen Kriterien aus. Hier zeigt sich, dass die Betriebe bevorzugt Schulabgänger/innen mit Hochschulreife einstellen. Benötigt wird allerdings ein ärztliches Attest, das eine gesundheitliche Eignung für die Ausbildung bescheinigt. Warum ist das wichtig? Je nach Ausbildungsbetrieb sind folgende körperliche Anforderungen von Bedeutung:

– eine robuste Gesundheit, da du auch Umgang mit infizierten Tieren hast. Außerdem sollte keine Tierhaarallergie vorliegen.

– uneingeschränkte Funktionsfähigkeit der Arme und Hände, weil du die Tiere während der Behandlung festhalten oder Wunden verbinden musst. Auch sind eine gute Feinmotorik und viel Fingergeschick sind nötig, um bei Behandlungen und Operationen den Tierarzt oder die Tierärztin bestmöglich unterstützen zu können.

– je nach Größe der Tiere, die in dem Betrieb behandelt werden, brauchst du auch eine gewisse Körperkraft, um zum Beispiel ein Pferd festzuhalten oder einen Hund, der aus Angst um sich schnappt

– ein gutes Nahsehvermögen, gegebenenfalls durch Brille oder Kontaktlinsen korrigiert, ist wichtig, damit du dem Tierarzt/der Tierärztin bei Eingriffen assistieren kannst

– du musst nicht nur mit den Tierbesitzern über die Symptome der Tiere reden, sondern unter Umständen auch besorgte Tierhalter/innen beruhigen. Dafür ist es von Vorteil, wenn du einfühlsam bist und dich ausdrücken kannst

– du solltest selbstständig arbeiten können und keine Probleme damit haben, schnell zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten zu wechseln

– hilfreich ist auch ein gutes Gedächtnis, damit du dir die Namen der Tierhalter und die Krankheitsgeschichte der Tiere leicht merken kannst

In welchen Schulfächern solltest du gut sein, um die Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können?

Da es zu deinen Tätigkeiten auch gehört die Befundberichte zu schreiben, ist eine gute Ausdrucksweise und Rechtschreibung besonders wichtig. Gute Rechenkenntnisse, sowohl in den Grundrechenarten als auch in Prozentrechnung, sind von Vorteil, um die Rechnungen für Untersuchungen und Behandlungen zu stellen. Außerdem sind Biologiekenntnisse im Bereich Anatomie und für Laborarbeiten Chemiekenntnisse hilfreich.

 

Kommentieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.