Lernrückstände durch die Corona-Pandemie

Für viele Familien war die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Mit dem ersten überraschenden Lockdown im Frühjahr 2020 waren plötzlich alle Kitas und Schulen geschlossen. Durch Homeschooling sollte ein Teil des Ausfalls aufgefangen werden, Zeit sich darauf vorzubereiten hatte es nicht gegeben. Besonders herausfordernd dürfte die Situation für die meisten berufstätigen Eltern und für Eltern mit mehreren Kindern in unterschiedlichen Lernstufen gewesen sein.

Im zweiten Lockdown konnten durch die fortschreitende Digitalisierung immerhin vielerorts Schüler der Sekundarstufen durch Distanzlernen erreicht werden, jüngere Schüler wurden zu diesem Zeitpunkt oftmals im Wechselbetrieb beschult.  

Insgesamt liegt es also nahe zu vermuten, dass sich bei vielen Schüler massive Lernrückstände angestaut haben, da sich die Lern- und Arbeitszeiten der Schüler zeitweise stark reduziert hatten und sie weniger Anleitung und Förderung erhalten haben, als dies sonst der Fall gewesen wäre.

 

Etwa ein Drittel der Schüler dürfte massive Lernrückstände haben

Beobachtungen und Studien legen nahe, dass mindestens 30 % der Schüler aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen im schulischen Bereich große Lernrückstände aufweisen. Je nach Bundesland und Schulform könnte der Rückstand bis zu einem Vierteljahr betragen. Bestehende Ungleichheiten zwischen lernstarken und lernschwächeren Schülern dürften sich durch Homeschooling und Distanzlernen noch verschärft haben. Denn, da Schüler mit Lernschwierigkeiten mehr Anleitung und Unterstützung beim Lernen benötigen, wirkt sich bei ihnen der Wegfall des Präsenzunterrichts besonders stark aus.

Sprachliche und mathematische Basiskompetenzen stärken

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz empfiehlt in einer Stellungsnahme statt des Aufholen des Lernplans die Konzentration auf sprachliche und mathematische Basiskompetenzen, da diese in vielen Fächern Voraussetzung für das weitere Lernen sind.  Besonders wichtig seien gute Basiskompetenzen an den Übergängen im Bildungssystem, also bei der Einschulung, dem Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I und dem Wechsel von Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II.

Schulen und Lehrkräfte tun das Ihre, um die Lücken zu reduzieren und die Basiskompetenzen zu festigen. Bei vielen Kindern wird jedoch auch zusätzliche fachliche Unterstützung hilfreich sein.

Und was können Eltern tun?

Was Eltern jetzt tun können

Sollten jetzt die Eltern die Lernrückstände mit ihrem Kind aufholen? Durch das Homeschooling ist in Familien gerade beim Thema „Lernen“ die Situation häufig noch angespannter als vor der Pandemie. Dann ist es wohl wenig hilfreich, wenn Sie als Eltern jetzt Ihre Kinder über das normale Maß hinaus zum Lernen anhalten. Trotzdem können Sie in jedem Fall ein Umfeld schaffen, das ein erfolgreiches Schließen der Lernlücken begünstigt und sogar Spaß machen kann. Ein paar Beispiele:

 

  1. Bewegung an der frischen Luft wirkt sich nicht nur auf die körperliche Gesundheit und die seelische Ausgeglichenheit positiv aus. Sie unterstützt auch die Konzentrationsfähigkeit und die Verarbeitung des Gelernten im Gehirn.
  2. Das gleiche gilt auch für ausreichenden und erholsamen Schlaf, denn im Schlaf verarbeitet das Gehirn das tagsüber Gelernte.
  3. Basiskompetenzen kann man auch in Alltagssituationen festigen. Beim gemeinsamen Einkaufen mit dem Kind kann beispielsweise spielerisch Kopfrechnen geübt werden. Allerdings sollte man das nur maßvoll einsetzen. Auch manche Würfelspiele eignen sich dafür, ganz nebenbei das Addieren oder Multiplizieren zu üben.
  4. Lesen und Vorlesen eignen sich hervorragend um die sprachliche Kompetenzen Ihres Kindes zu fördern. Gehen Sie dabei auf die Themenvorlieben Ihres Nachwuchses ein: manche Kinder lieben spannende Geschichten, andere sind mehr für Sachthemen zu begeistern.  Auch hier können Spiele wertvolle Dienste leisten, denn manche eignen sich besonders gut dazu, die Sprachkompetenzen zu festigen und zu erweitern.
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