In den Ferien lernen – Ja oder nein?

Wie zu jeder Ferienzeit beschäftigen sich Eltern auch kurz vor Weihnachten häufig mit der Frage, ob es sinnvoll ist, dass die Kinder in den Ferien lernen. Wir können Ihnen die Beantwortung der Frage natürlich an dieser Stelle nicht abnehmen, möchten Ihnen jedoch ein paar Impulse geben.

Gegen das Lernen in den Weihnachtsferien spricht die Kürze der Zeit. Abzüglich der Feiertage, die meist vollkommen ausgefüllt sind, bleiben nur wenige freie Tage. Außerdem steht nach den Ferien keine Versetzung oder mögliche Nachprüfung an und auch Kinder brauchen im stressigen Schulalltag Ruhepausen. Das gilt übrigens insbesondere für lernschwache Kinder, die es mehr Energie kostet, dem Stoff zu folgen, als ihren Mitschülern. Trotzdem kann es manchmal sinnvoll sein, den Stoff der letzten Monate zu wiederholen.

Wann lernen in den Ferien sinnvoll sein kann

Grundsätzlich spricht natürlich nichts gegen das Büffeln in den Ferien. In manchen Fällen ist es sogar sinnvoll, wenn Ihre Kinder auch zwischen den Tagen zu ihren Büchern greifen. Etwa wenn es im Vorfeld längere Fehlzeiten durch zum Beispiel Krankheit gegeben hat, oder wenn die Versetzung jetzt schon gefährdet ist. Manche Kinder haben auch von sich aus den Ehrgeiz, ihre Noten im kommenden Schuljahr zu verbessern und wiederholen vollkommen freiwillig den Stoff der letzten Monate.

Was Sie für Lernzeiten in den Ferien beachten sollten

Sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind für einige Lerneinheiten in den Ferien entscheiden, dann legen Sie vorab konkrete Zeiten fest. Diese sollten sich auf weniger als 50% der Ferientage verteilen, Kinder im Grundschulalter sollten maximal eine Stunde am Tag lernen und auch ältere Kinder nicht mehr als zwei Stunden. Achten Sie darauf, dass ihr Kind auch noch Zeit zum Spielen hat und sich mit anderen Kindern, die vielleicht nicht lernen, treffen kann. Außerdem sollten die Kinder selbst ohne Leistungsdruck entscheiden, was sie genau lernen.

Kreatives Lernen

Um für die Schule zu lernen, muss man nicht gleich zu den Lernheften greifen. Insbesondere für jüngere Kinder gibt es andere Methoden, wie man ganz einfach im Alltag lernen kann. Die folgenden Tipps können Sie natürlich teilweise auch außerhalb der Ferien anwenden:

Mathe:
Beim Plätzchenbacken oder Kochen können Sie ganz einfach Zahlen und Gewichte wiederholen. Lassen Sie also Ihre Kinder die Zutaten für Stollen, Braten und Co. in Gramm, Kilo und Milliliter abmessen. Beim Weihnachtseinkauf kann Ihr Kind mitrechnen, wie viel Sie am Ende zahlen müssen. So lernen die Kinder gleich, wozu das Gelernte in der Schule dient und der Stoff erscheint weniger abstrakt, als in den Schulbüchern.

Englisch:
Lassen Sie Ihr Kind in diesem Jahr doch einfach mal die Weihnachtskarten schreiben und zwar auf Englisch. Und wenn Sie die Ferien nicht zu Hause verbringen, dann bekommen die Lieben zu Hause in diesem Jahr eine Postkarte auf Englisch. Und während der Ferien im Ausland können Sie im Restaurant oder beim Bäcker auch mal ihre Kinder auf Englisch oder Französisch bestellen lassen.

Work-Life-Balance

Zum Schluss sollten Sie sich fragen, warum Sie selbst die freien Tage herbeisehnen. Sie freuen sich doch bestimmt auch auf den Zeitpunkt, an dem Sie die letzte E-Mail des Jahres geschrieben haben und den Computer ausschalten können.
Wahrscheinlich waren die letzten Wochen auch sehr stressig und geprägt von der Suche nach Geschenken und Weihnachtsfeiern bei der Arbeit, im Kindergarten, im Verein und in der Schule. Vielleicht ist ihr Kind noch nicht in die Suche nach den Geschenken eingebunden aber auch die Kleinen haben eine Erholung verdient. Schließlich liegt ein langes zweites Schuljahr vor ihnen, die Zeit zwischen den Weihnachtsferien und den darauf folgenden Osterferien ist die längste Periode ohne freie Tage. Gönnen Sie sich und Ihren Kindern also auf jeden Fall ausreichend Zeit zur Entspannung, um mit neuer Energie ins Jahr 2019 zu starten!

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