Gedächtnistraining

Gedächtnistraining: Schlauer mit Mnemotechniken

Das Gedächtnis fasziniert die Menschen seit jeher. Und bevor schriftliche Texte für den Alltag oder auch die Überlieferung von Wissen weit verbreitet waren, kam einem guten Gedächtnis eine viel entscheidendere Rolle zu. Anders als in modernen Zeiten, wo Papier und Bleistift oder heute auch das Handy mit Spracheingabe schnell zur Hand sind. In der griechischen Mythologie gab es sogar eine Göttin des Gedächtnisses: Mnemosyne. Sie ist die Namensgeberin der Mnemomik. Diese Mnemotechniken helfen, sich viele Inhalte schnell und leicht einzuprägen und können dann besser abgerufen werden.

Denn unser Gedächtnis funktioniert durch den Aufbau von Nervenverbindungen (Synapsen). Und hier gilt: mehr ist mehr. Für die kurzfristige Merkfähigkeit, wie auch die langfristige Erinnerung, ist entscheidend, wie viele verschiedene „Wege“ es zu den jeweiligen Wörtern, Zahlen, Bildern oder Sachverhalten gibt. Bei Mnemotechniken geht es vereinfacht gesagt darum, das zu Lernende mit zusätzlichen Informationen regelrecht „aufzuladen“. Das klingt zunächst vielleicht für Schülerinnen und Schüler erst einmal abschreckend. Da sollen sie schon so viel Lernen und im Gedächtnis behalten, und dann auch noch zusätzliche Informationen mitverarbeiten? Das klingt lästig, erscheint zu viel und zu schwierig zu sein.

Abgesehen davon, dass sich das Gehirn durch Gebrauch nicht etwa „abnutzt“, sondern im Gegenteil leistungsfähiger wird, zeigt sich der Effekt von Mnemotechniken relativ schnell und verblüfft Einsteiger regelmäßig. Konnten sie sich zum Beispiel von einer Liste von zwanzig Posten durchschnittlich lediglich sieben Posten merken, sind mit der geeigneten Technik plötzlich alle Posten leicht erinnerbar. Und dabei wird sogar auch die Reihenfolge ganz mühelos mitgelernt. Eine hierfür geeignete Mnemotechnik ist das Zahlen-Symbol-System. Hierbei werden zunächst Zahlen mit festen Symbolen verbunden und dann mit den zu lernenden Begriffen zusammen gelernt. Wenn komplexere Sachverhalte oder mehr als 20 Dinge auswendig gelernt werden sollen, gibt es zum Beispiel die Loci- oder Routenmethode. Beim Abschreiten eines Weges (gedanklich oder tatsächlich), der Wohnung oder eines einzelnen Raumes werden die zu erlernenden Fakten gedanklich mit bestimmten Ecken, Räumen oder Wegstrecken verbunden. Und können später beim erneuten gedanklichen Abschreiten leichter erinnert werden.

Im Prinzip ist auch eine einfache „Eselsbrücke“ bereits eine Mnemotechnik. Allen Methoden gemeinsam ist aber, dass sie nicht statt zu lernen eingesetzt werden können, sondern das Lernen unterstützen. Welche Technik für welche Lerninhalte die geeignetste ist? Am besten einfach einmal selbst ausprobieren.

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